Camunda Platform
Swisscom ist das führende Schweizer Telekommunikationsunternehmen und hat über 10 Millionen Abonnenten im Verbraucher- und Geschäftsfeld. Angesichts einer Belegschaft von fast 20.000 Mitarbeitern und dem Auftrag, stets verfügbare Hochgeschwindigkeitskonnektivität bereitzustellen, entwickelt Swisscom seine Infrastruktur fortwährend weiter, um Leistungsfähigkeit, Zuverlässigkeit und Kosteneffizienz bieten zu können.
Im Mittelpunkt der neuesten Innovationen steht TITAN: ein IP-Transport- und Aggregationsnetzwerk, das für die Konsolidierung mehrerer Traffic-Typen in einer einheitlichen, skalierbaren Plattform konzipiert wurde. TITAN zeichnet sich nicht nur durch einen effizienteren Betrieb aus, sondern wird als bislang größte Infrastruktur von Swisscom bei der Einführung über 10.000 Knoten in der gesamten Schweiz umfassen.
Der Ausbau dieses Carrier-Grade-Netzwerks bringt jedoch beträchtliche technische und betriebliche Herausforderungen mit sich.
Die Bereitstellung eines neuen Netzwerks auf nationaler Ebene ist von Natur aus komplex. Jeder Knoten muss installiert, konfiguriert und in einer Umgebung mit unterschiedlichen Systemen und sich wandelnden Technologien integriert werden. Das Team von Swisscom musste diesen Ausbau koordinieren und gleichzeitig dynamisches Kundenverhalten berücksichtigen und die Kosten niedrig halten. „Es müssen Tausende von Knoten installiert werden. Ohne Automatisierung geht das einfach nicht“, erläutert Roman Bigler, DevOps Engineer bei Swisscom. „Das Ganze ist äußerst kostensensibel. Jeder noch so kleine Kostenpunkt, der entsteht, zieht eine direkt proportionale Erhöhung der Kosten nach sich.“
Der Einführungsprozess selbst involviert eine Vielzahl von Stakeholdern und zahlreiche Systemintegrationen, von Hardwareinstallationen über Bereitstellungen bis zur Fehlerbehebung. Die Workflows umfassen Aufgaben mit einer langen Laufzeit (Tage oder Monate) und manuelle Aufgaben. Für Verzögerungen bleibt kein Raum.
„Die Einführung eines neuen Netzwerks darf nicht zu lange dauern“, fügt Bigler hinzu. „Ansonsten gibt es für die vorhandene Hardware eventuell keinen Support mehr. Und dass muss unter allen Umständen vermieden werden.“
Für das relativ kleine Netzwerkteam der Swisscom ist dies eine große Herausforderung. Daher hat man sich für die Automatisierung des End-to-End-Einführungsprozesses durch Camunda entschieden.
Swisscom begann mit der Konzeption einer Automatisierungsebene, die komplexe, langfristige Prozesse orchestrieren und Ausnahmen für diese Prozesse verwalten kann. Das Team benötigte eine Plattform, die sowohl M2M-(Machine-to-Machine-)Zusammenhänge als auch Interaktionen mit menschlicher Beteiligung verarbeiten kann und über eine Schnittstelle mit mehreren Betriebssystemen, Datenbanken und Geräten vor Ort verfügt. Diese Plattform musste agil und anpassbar sein und dem Team eine autonome Implementierung und Wartung der Einführung erlauben. Das bedeutet Flexibilität für Entwickler, eine ausgezeichnete Support-Dokumentation und zuverlässige Modellierungsfunktionen, die Stakeholder in geschäftlichen und technischen Bereichen unterstützen.
„Camunda 8 war die ideale Lösung“, erklärt Bigler, „weil wir mit BPMN die Stakeholder koordinieren konnten. Jeder weiß, was ein Flussdiagramm ist, was bei nicht technischen Stakeholdern ein Glücksfall ist. Dadurch konnten wir die Zusammenarbeit zwischen Fachabteilungen und Codierern verbessern.“
Mithilfe der selbst gehosteten Plattform von Camunda und der BPMN-Modellierungsumgebung entwarf das Netzwerkbetreiber-Team von Swisscom einen Prozess, der beginnt, wenn ein neu installierter Netzwerkknoten bootet und ein Skript ausführt, das mit einem Camunda-Workflow kommuniziert. Dann orchestriert der Prozess die Kommunikation zwischen dem Netzwerkgerät und den umgebenden IT-Systemen, um den Knoten zu konfigurieren und in das TITAN-Netzwerk zu integrieren. Dieser End-to-End-Prozess orchestriert außerdem Aufgaben, die Vorfälle lösen und Fehler bei Geräten beheben. Wenn ein fehlerhafter Teilprozess korrigiert oder eine fehlerhafte Aufgabe gelöst werden müssen, können die Swisscom-Entwickler flexibel und rasch reagieren und über eine Prozessanpassung den Vorfall eindämmen.
„Wir mussten Camunda niemals selbst ausführen“, verrät Bigler. „Aber mithilfe der Dokumentation und vorhandener hochwertiger Bibliotheken konnten wir einen Proof of Concept innerhalb von zwei Wochen durchführen. Danach haben wir ein bis zwei Monate gebraucht, um ein Minimum Viable Product zu erstellen, und dann konnte es losgehen.“
Camunda konnte Swisscom durch folgende entscheidende Fähigkeiten überzeugen:
Die Prozessorchestrierungs- und Automatisierungslösung von Camunda hat dazu beigetragen, dass Swisscom das TITAN-Netzwerk wesentlich effizienter ausbauen konnte und zugleich die Kontrolle über Kosten und Prozesse behielt. Die kollaborative Umgebung der Plattform beschleunigt zudem die Entwicklungszyklen und stellt Entwicklern und Stakeholdern eine gemeinsame Sprache für ihre Aufgaben zur Verfügung. Entwickler sind laut Bigler dank dem direkten Alignment zwischen Stakeholdern „wesentlich produktiver“.
Dank Camunda und in relativ kurzer Zeit ist es dem Team gelungen, eine Systemarchitektur zu entwickeln und zu implementieren, die sich auch in anderen Swisscom-Programmen einsetzen lässt, was Innovationen weiter vorantreibt und einen maximalen Return on Investment ermöglicht.