ZDF Studios, die privatwirtschaftliche Tochtergesellschaft des öffentlich-rechtlichen Fernsehsenders ZDF, spielt eine wichtige Rolle dabei, Unterhaltungssendungen auf die Bildschirme in aller Welt zu streamen. Mit einem wachsenden Portfolio an lizenzierten Inhalten und Gemeinschaftsproduktionen verwaltet das Unternehmen Rechte und Materialien auf Plattformen wie YouTube, Amazon und bei internationalen Sendern und erzielt jährlich Milliarden von Aufrufen.
Hinter den Kulissen verwaltet ZDF Studios eine riesige Menge an Video-Assets, Metadaten, Verträgen und rechtlichen Unterlagen. Um diese Komplexität zu bewältigen und eine zeitnahe Verteilung sicherzustellen, wandelt ZDF Studios seine Handhabung digitaler Inhalte von einer nicht verbundenen, manuellen Umgebung zu einer automatisierten, cloud-nativen Medienlieferkette um, die von Camunda unterstützt wird.
Als ZDF Studios den Transformationsprozess begann, waren die betrieblichen Abläufe stark fragmentiert. Das Material wurde bei externen Anbietern gespeichert und war für interne Teams oft nicht einsehbar. Die Bereitstellungen waren nicht spontan. Sie erforderten manuelle Koordination, einschließlich E-Mails, Formularen und sogar Faxen. Metadatenkataloge waren dezentralisiert über die Vertriebsabteilungen in einzelnen Excel-Dateien verteilt, und die Kernsoftware des Unternehmens war monolithisch und ohne APIs.
Diese fragmentierte digitale Umgebung stellte ein großes Hindernis für die betriebliche Effizienz und Skalierbarkeit dar. Streaming-Plattformen erforderten eine strenge, benutzerdefinierte Formatierung, doch die Anpassung an diese Anforderungen bedeutete, dass Zehntausende von Dateien manuell bearbeitet werden mussten. Tom Oellerich, Product Owner für die Medienlieferkette des ZDF, erklärt: „Die Lieferung eines Pakets mit 13.000 Elementen an eine Streaming-Plattform bedeutet, dass wir jedes Mal rund 26.000 Elemente bearbeiten müssen.“ Mit nur einem zweiköpfigen Team und ohne eigene IT-Abteilung musste ZDF Studios seine Infrastruktur modernisieren und automatisieren, um ohne Personalaufstockung produktiver arbeiten zu können.
ZDF Studios legte zunächst klare Grundsätze fest: Integrationen selbst durchführen, alles automatisieren, APIs nutzen, einen Cloud-First-Ansatz verfolgen und Abläufe wo immer möglich vereinfachen und standardisieren. Das Medienunternehmen entschied sich für Camunda als Orchestrierungsebene unterhalb des MAM-Systems, um die Prozesskoordination zwischen Materiallieferanten, Metadatensystemen, Transcodierungs-Engines und Lieferendpunkten zu zentralisieren.
Im Rahmen des ersten ZDF Studios-Projekts automatisierte das Team die Bereitstellung von 5.000 Video-on-Demand-Assets (VoD) für eine deutsche Streaming-Plattform. Mithilfe von Camunda zur Koordinierung von Qualitätsprüfungen, Metadatenanreicherung und Speicher-Updates integrierte das Team Tools wie Hybrik, Vidispine, S3 und Asana für eine nahtlose, nachverfolgbare Automatisierung. In nur drei Monaten hat das Team 3.200 Stunden an streambaren Inhalten in das MAM-System aufgenommen und damit einen neuen Standard für betriebliche Effizienz gesetzt.
Ermutigt durch den Erfolg ihres Projekts, erweiterte ZDF Studios seine Aktivitäten, um die gesamte Ingest-Pipeline zu orchestrieren. Jetzt verbinden neue Workflows Rechteverwaltungssysteme, Platzhaltererstellung, Materiallieferanten und MAM-Strukturen miteinander, sodass bei Eintreffen der Inhalte die Struktur und die Metadaten bereits bereitstehen.
„Wir haben keine anderen Lösungen in Betracht gezogen, denn Camunda ist die transparenteste und für uns letztendlich die am einfachsten zu integrierende Lösung.“
– Tom Oellerich
ZDF Studios hat sich aufgrund der klaren Vorteile in Bezug auf Integration, Transparenz und Self-Service-Funktionen für Camunda entschieden. Das Team benötigte eine Prozess-Engine ohne Black-Box-Einschränkungen. Da der Zugriff auf interne IT-Ressourcen eingeschränkt war, war außerdem eine SaaS-basierte Plattform erforderlich.
Die schlanke, standardbasierte und API-orientierte Lösung von Camunda bietet ZDF Studios die Flexibilität, Cloud-Dienste wie AWS S3, Lambda und hybride Transcodierung in eine einheitliche, überprüfbare Pipeline zu integrieren. Dank der visuellen BPMN- und DMN-Modellierungsfunktionen ermöglicht Camunda Geschäftsanwendern wie Metadatenmanagern und Content-Operatoren, direkt mit den Workflows zu interagieren.
Was als Proof of Concept für die Rechteverwaltung begann, wurde erweitert, um den gesamten Aufnahmeprozess zu unterstützen. Mittlerweile hat sich die Camunda-Implementierung bei ZDF Studios zu einer Plattform entwickelt, die über 150.000 Prozessinstanzen pro Monat mit 10 Haupt-Workflows und mehreren Unterprozessen unterstützt. Mit Camunda sichert sich ZDF Studios diese Vorteile:
Der Erfolg mit Camunda hat auch einen kulturellen Wandel bewirkt. ZDF Studios hat nun Prozessverantwortliche in wichtigen Abteilungen und ermöglicht es Citizen Developern, die Automatisierung mit einfachen Schulungen und Tools zu unterstützen.